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Wirksame Bekämpfung der Adipositasepidemie?

Erste Erfolge der neuen europäischen Plattform für Ernährung!

Am 15. März hat die europäische Kommission zusammen mit dem luxemburgischen Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo stellvertretend für den Rat der europäischen Gesundheitsminister die neugeschaffene Aktionsplattform über Ernährung, Sport und Gesundheit vorgestellt. Hiermit soll dem zunehmenden Übergewicht, besonders bei Kindern entgegen gewirkt werden. In dieser Plattform sind die Mitgliedsstaaten, die Nahrungsmittelhersteller, die Werbeverbände, die Zeitungsverleger, die Fernseh- und Radiobetreiber, sowie auch Konsumentenschutzverbände und Nichtregierungsorganisationen vertreten.

Der Schokoladenhersteller Ferrero, dessen einjähriges Marketing Pilot-projekt für "Kinder"schokolade in Ettelbrück am 18. März publik wurde, ist Mitglied in einer Organisation (CIAA), die zu den Gründungsmitgliedern der europäischen Plattform für Ernährung gehört. CIAA ist die Konföderation der agro-alimentären Industrie, welche die europäische Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie und die großen Nahrungsmittelhersteller vertritt.

Kommissar Kyprianou sagte am 15.März "Die Aktionsplattform, die wir heute ins Leben rufen, ist Europas Beitrag zur Bewältigung der Herausforderung der Adipositasepidemie. Die Industrie, die Zivilgesellschaft und die Regierungen müssen zusammenarbeiten, um der steigenden Fettleibigkeit unserer Kinder entgegenzuwirken".

Als Mitglied der europäischen Plattform für Ernährung hat CIAA sich und seine Mitglieder dazu verpflichtet eine gesündere Ernährung zu fördern. Laut Vorstellung der EU-Aktionsplattform werden die Beteiligten ihre Leistung auf transparente, partizipative und verantwortliche Weise selbst überwachen, ein Anspruch, der nach solchen Aktionen, wie in Ettelbrück, eventuell alle positiven Erwartungen in die Aktionsplattform und in eine Zusammenarbeit mit der Industrie in Frage stellt.

CIAA, als Nichtregierungsorganisation, stellte letztes Jahr bei der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Antrag zur Aufnahme einer offiziellern Zusammenarbeit mit der WHO. Dieser Antrag wurde durch die Verabschiedung der Globalen Strategie zur Ernährung anlässlich der Weltgesundheitsversammlung ausgelöst. Als CIAA bemerkte, dass die Mitgliedsländer skeptisch waren und einen Interessenkonflikt sahen, der den Richtlinien der Arbeit der WHO entgegen läuft, vermieden die Verantwortlichen von CIAA eine Absage in dem sie ihr Gesuch zurück zogen. Vielleicht wäre die EU gut beraten, genau wie die WHO, ihre Partner zur Bekämpfung der Fettleibigkeit bei Kindern selektiver aus zu wählen.

Initiativ Liewensufank asbl
Vertreterin von IBFAN Europa bei der
oben genannten Aktionsplattform

 

Tätigkeitsbericht

Werdende und junge Eltern auf ihrem Weg begleiten

Die Initiativ Liewensufank blickt zurück auf ein erfolgreiches Jahr 2004

Kürzlich fand die diesjährige Generalversammlung der Initiativ Liewensufank statt. Nach der Begrüßung durch die Präsidentin Monique Fey-Sunnen berichtete Maryse Lehners, Geschäftsführerin, über die vielfältigen Aktivitäten im vergangenen Jahr in der Beratungsstelle in Itzig und in den Kursräumen in Grosbous, Beles, Düdelingen und Larochette.

1625 Frauen/Paare in Kursen und Gruppen vor und nach der Geburt

In der Zeit vor der Geburt wurden in den verschiedenen Räumlichkeiten Geburtsvorbereitungskurse für Frauen und Paare, Schwangerschafts- und Wassergymnastik, sowie Yoga und Tanz für Schwangere angeboten. Nach der Geburt besuchten viele Frauen/Eltern die Rückbildungsgymnastik, nachgeburtliche Yogakurse, Babymassagekurse, PEKiP-Kurse, Vorträge, Stillgruppen, Babytreffs und Kleinkindgruppen, Musikgarten und Airtramp.

Beratung und Begleitung vor, bei und nach der Geburt

3829 Frauen und zunehmend auch Männer meldeten sich im Laufe des Jahres telefonisch bei der Initiativ Liewensufank, um sich zu Fragen rund ums Kinderkriegen zu informieren und beraten zu lassen. 345 Frauen/Paare beanspruchten eine persönliche Beratung, kamen in die Hebammensprechstunde oder zu einer psychologischen Beratung oder wurden von einer DOULA in der besonderen Zeit vor und nach der Geburt mit Information, Beratung und Hilfe bei sich zu Hause begleitet und unterstützt.

In der Gruppe "Jonk a scho Mamm" für werdende und junge Mütter unter 20 haben junge Frauen sich regelmäßig mit einer Beraterin getroffen, um sich über ihre persönliche Situation auszutauschen und um beraten zu werden.

Auch für die Eltern mit schmerzlichen Erfahrungen rund um die Geburt eines Kindes wie unerfüllter Kinderwunsch, Tod oder Krankheit eines Babys, Wochenbettdepression, gab es spezifische Angebote. Die Elterngruppe Eidel Aerm traf sich ein Mal monatlich.

Aktive Vaterschaft - Von Anfang an

Im Rahmen dieses Projektes leistete die Initiativ Liewensufank einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und Information werdender und neuer Väter im Hinblick auf mehr Chancengleichheit.

In 17 der 20 Geburtsvorbereitungskursen konnten die werdenden Väter zusammen mit einem männlichen Ansprechpartner die Fragen, die ihnen wichtig sind, erörtern, sich über ihre Erfahrungen, Wünsche, Ängste austauschen und sich mit ihrer zukünftigen Vaterrolle auseinandersetzen. Die Kurse für Väter nach der Geburt und die Vätergruppen fanden ebenfalls Anklang, so dass insgesamt 244 Väter an den verschiedenen Angeboten teilgenommen haben.

Information werdender und junger Eltern

Im vergangenen Jahr wurden in der Leihbibliothek der Initiativ Liewensufank 770 Bücher ausgeliehen zu Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Babys, Erziehung, Frauengesundheit, Behinderung, Tod und Trauer, sowie Kinderbücher. Das Dokumentationszentrum konnte 68 Anfragen zu spezifischen Themengebieten beantworten.

19.242 Gratis-Broschüren über Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Babypflege, Gesetzgebung rund ums Kinderkriegen usw., wurden auf Anfrage von Privatpersonen, Ärzten, Kliniken, Säuglingsberatungsstellen, anderen Beratungsstellen und Gemeinden von der Initiativ Liewensufank verschickt. Außerdem gab es 3.388 Besucher auf www.liewensufank.lu.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde das Konzept der Mitgliederzeitung überarbeitet. Die erste Nummer der neuen Elternzeitschrift baby-info kam im September heraus und wurde durch ein umfassendes Verteilernetz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ab April ist die aktuelle Ausgabe in den Zeitungsläden erhältlich.

Stillförderung

Neben ihrer aktiven Mitarbeit in der Nationalen Stillkommission und bei der Auswertung der luxemburgischen Stillumfrage hat die Initiativ Liewensufank auch im vergangenen Jahr ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot rund ums Stillen gewährleistet.. Auf der internationalen Ebene nahm eine Mitarbeiterin der Initiativ Liewensufank an WHO Versammlungen teil. Als luxemburgisches Mitglied im europäischen Projekt zum Schutz, zur Förderung und zur Unterstützung des Stillens, hat sie maßgeblich an der Ausarbeitung des Still-Aktions-Planes für Europa teilgenommen. Außerdem hat die Laktationsberaterin der Initiativ Liewensufank verschiedene Fortbildungen für diverse Berufsgruppen zum Thema Stillen durchgeführt.

Nach dem Tätigkeitsbericht wurde der Kassenbericht von Alexandra Kuchenbrandt und der Bericht der Kassenrevisoren vorgetragen. Beide Berichte wurden von der Generalversammlung einstimmig angenommen. Danach fanden die Vorstandswahlen statt.

Stillen ein wichtiger Beitrag zur neuen europäischen Plattform für Ernährung

Stillen beugt Übergewicht vor

Am 15. März wird die europäische Kommission zusammen mit dem luxemburgischen Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo stellvertretend für den Rat der europäischen Gesundheitsminister die neugeschaffene Aktionsplattform über Ernährung, Sport und Gesundheit vorstellen. Unter dem Impuls der europäischen Kommission bringt diese Plattform alle Akteure in diesem Bereich zusammen um gemeinsame oder individuelle, freiwillige Aktionen durch zu führen. Hiermit soll dem zunehmenden Übergewicht, besonders bei Kindern entgegen gewirkt werden. In dieser Plattform sind die Mitgliedsstaaten, die Nahrungsmittelhersteller, die Werbeverbände, die Zeitungsverleger, die Fernseh- und Radiobetreiber, sowie auch Konsumentenschutzverbände und Nichtregierungsorganisationen vertreten. Fettleibigkeit und Dicksein sind Risikofaktoren für die Gesundheit und erhöhen das Risiko für folgende Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall, Atemwegserkrankungen, Arthritis und verschiedene Krebserkrankungen. Eine schlechte Ernährung und zu wenig sportliche Betätigung gehören zu den Hauptursachen für vermeidbare Todesfälle in Europa und verursachen Kosten im Gesundheitswesen.

Auf Einladung der Plattform wird eine Mitarbeiterin der Initiativ Liewensufank, stellvertretend für die europäischen Vereinigungen zum Schutz, zur Förderung und zur Unterstützung des Stillens daran teilnehmen im Namen von IBFAN, dem internationalen Aktionsnetzwerk Babynahrung. Sie wird dort die mannigfaltigen Studien bekannt machen, die belegen, dass Muttermilchernährung die bestmögliche Ernährung der Säuglinge und Kleinkinder darstellt. Maryse Lehners, Stillexpertin und Laktationsberaterin bei der Initiativ Liewensufank betont: "Einschlägige wissenschaftliche Studien belegen, dass gestillte Babys später als Schulkinder oder Jugendliche weniger Übergewicht haben. Die langfristigen, gesundheitlichen Vorteile des Stillens zeigen, dass einst gestillte Babys später weniger an Bluthochdruck, Diabetes und Atemwegserkrankungen leiden. Die Muttermilch ist genau auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt, es kommt nicht zu einer Überfütterung trotz der breit gefächerten Norm der Gewichtszunahme bei gestillten Babys in den ersten Lebensmonaten. Diese einzigartige Ernährung beeinflusst den sich entwickelnden Stoffwechsel im positiven, artgerechten Sinn. Es werden keine industriellen Geschmacksrichtungen vorgeprägt, welche die spätere Nahrungsaufnahme beeinflussen könnten. Die Nahrungsaufnahme des Säuglings ist selbstbestimmt und nicht beeinflusst von vorgegeben Normtabellen oder zu großem Loch im Sauger."

Die Mitarbeiterin der Initiativ Liewensufank wird darauf drängen, dass die Ende des Jahres erscheinenden neuen Gewichtskurven für Babys, welche von der Weltgesundheitsorganisation in einem mehrjährigen Forschungsprojekt quer über alle Kontinente entwickelt wurden, so schnell wie möglich auch in Europa eingesetzt werden. Dies ist sehr wichtig, da die aktuellen Gewichtstabellen aus den Vereinigten Staaten Amerikas stammen (deren Gewichtsprobleme hinlänglich bekannt sind) und die Gewichtsnormen von flaschengefütterten Babys abgeleitet wurden. Der Vorbericht, der von der Weltgesundheitsversammlung publiziert wurde, belegt, dass die Babys an einer falschen Norm gemessen werden, die eine zu hohe Gewichtszunahme erwartet. Diese falschen Gewichtsnormen und eine nicht restriktive Werbung für Muttermilchersatzprodukte haben die Stillfähigkeiten von vielen Frauen in Frage gestellt.

"Hoffentlich wird in den nächsten Jahren eine wissenschaftlich falsche Regelung der EU umgeändert": unterstreicht Corinne Lauterbour, Hebamme bei der Initiativ Liewensufank "Diese Richtlinie von 1991 über Muttermilchersatznahrung hat den Kalorienbedarf der weiblichen Säuglinge (6 -12 Monate) um 15-17% überschätzt".
(Seite 19-22, Report of the Scientific Committee on Food on the Revision of Essential Requirements of Infant Formulae and Follow-on Formulae SCF/CS/NUT/IF/65 Final 18 May 2003
http://europa.eu.int/comm/food/fs/sc/scf/outcome_en.html)
"Dies bedeutet, dass seit mehr als 15 Jahren weibliche Säuglinge, die nach Packungsaufschrift und nach Empfehlung der Kinderärzte/ärztinnen von ihren pflichtbewussten Eltern ernährt wurden, überfüttert wurden. Da die Ernährung in den ersten Lebensmonaten oft die Weichen stellt für den späteren Stoffwechsel und entsprechend bedingte Krankheiten, ist heute noch unbekannt, bei wie viel Mädchen hier der Grundstein zur Fettleibigkeit gelegt wurde."

Die Vertreterin von IBFAN bei der europäischen Plattform, wird keine Probleme haben, hier eine Vielzahl von Aktionen der Stillvereinigungen vorzustellen, welche alle den Zielen der Plattform, dem vorbeugenden Gesundheitsschutz und einer gesunden Ernährung gewidmet sind.

IBFAN hofft aber, dass es nicht bei diesen freiwilligen Aktionen bleibt, sondern dass die Gesetzgeber, auf europäischer wie nationaler Ebene, Schritte unternehmen um die Werbungseinschränkungen für Säuglingsnahrung aus dem Internationalen Kodex, denen sie bei der Weltgesundheitsversammlung zugestimmt haben, auch in europäisches und nationales Recht umzusetzen. Auch Gesundheitsslogans für diese Nahrung werden als Werbung gebraucht und untergraben das Stillverhalten und das Vertrauen der Eltern, selbst geeignete Beikost für ihr Baby herstellen zu können und sollten auf Wunsch vieler Verbraucherschutzverbände in der demnächst verabschiedeten Richtlinie untersagt werden.

Frauengesundheit in Luxemburg

Betrachtungen der Initiativ Liewensufank anlässlich des Bejing + 10 Rückblicks

Angesichts des 10-jährigen Bestehens der Aktionsempfehlungen aus der Plattform zur 4. Weltfrauenkonferenz der UNO, die im September 1995 in Peking stattgefunden hatte, werden jetzt von allen Regierungen und Nichtregierungsorganisationen Berichte über die Fortschritte bei deren Umsetzung gemacht. Die Initiativ Liewensufank asbl möchte für den Bereich Frauengesundheit, in dem sie arbeitet, Nachfolgendes dazu beisteuern.

Die Schwangerenvorsorge hat sich auch in Luxemburg mehr und mehr zur Kontrolle von möglichen Risiken entwickelt, frau ist heute nicht mehr nur "guter Hoffnung" sondern hat auch Angst vor Komplikationen. Die Verantwortung für das "Gelingen" der Schwangerschaft wird auf sie abgewälzt und durch die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik wächst der Erwartungsdruck der Gesellschaft, dass ein nicht behindertes Kind geboren wird.

Schwangerschaftsabbrüche sind weiterhin tabuisiert und es gibt keine offiziellen Statistiken in Luxemburg. Außerdem fehlen Fakten, die belegen, welche die Begleitumstände in diesen Frauenbiografien sind, z.B. ungewollte Schwangerschaft oder Abbruch nach Pränataldiagnostik und wie Frauen es selbst beurteilen.

Die Schwangerschaften von Teenagern haben zugenommen (1995: 42 Schwangerschaften von unverheirateten unter 20 Jahren, 99 im Jahre 2003)

In den letzen 10 Jahren hat die Zahl der Kaiserschnittgeburten auch in Luxemburg weiter zugenommen (1991: 16,9 % Kaiserschnitte, 2000: 20,3%) Obwohl eine Humanisierung der Geburt immer wieder im Mittelpunkt des Interesses steht, haben in der Wirklichkeit die medizinischen Eingriffe während der Geburt auch in Luxemburg zugenommen. (Einleitung der Geburt, Wehenbeschleunigung) Nur die Innenarchitektur und die Ausstattung der Kreisssäale wurden einladender gestaltet.

Mehr Frauen fanden in den letzten Jahren Unterstützung beim Stillen, wie die angestiegenen Stilldaten beweisen. Im Jahre 1987 stillten 75 % der Mütter ihr Baby nach der Geburt. 1994 waren es schon 86 %, im Jahre 2001 begannen 88% der Mütter mit dem Stillen. Der Anstieg der mit 4 Monaten noch gestillten Babys ist noch bedeutender, hier konnte eine fast 100% Steigerung ermittelt werden. Mit 4 Monaten werden heute fast noch 6 von 10 Babys gestillt, das ist mehr als die Hälfte aller Babys. 1987 war es nur 1 von 10 Babys und 1994 waren es 3 von 10. Auch mit 6 Monaten hat sich die Lage verbessert hier stillen heute noch 4 von 10 Müttern, was eine vierfache Steigerung in 15 Jahren bedeutet. Leider bleibt Luxemburg damit noch weit hinter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zurück, die 6 Monate ausschließliches Stillen empfiehlt, gefolgt von weiterführendem Stillen zusammen mit adäquater Beikost.

Ein Artikel in der Bejing Plattform (Strategic objective C1, para 106r ) fordert die Regierungen auf, den Internationalen Kodex über die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten um zu setzen. Das ist bis hierher weder in Luxemburg noch in den europäischen Mitgliedsstaaten vollständig erfolgt (Commission Directive 91/321/EEC vom 14. Mai 19919. Somit werden Frauen immer noch einer Werbung ausgesetzt, die ihre Stillfähigkeit subtil in Frage stellt und ihnen das Recht auf eine freie Entscheidung vorenthält. In der jetzt anstehenden Revision der Richtlinie von 1991 über "infant formulae and follow-on formulae" bestände die Möglichkeit in die existierenden Werbeeinschränkungen auch "follow-on formulae" mit auf zu nehmen. (SANCO D4/HL/mm/D440180 Rev. 1) und somit den internationalen Kodex besser um zu setzen, gemäß den eingegangenen Verpflichtungen bei der Weltgesundheitsversammlungen und der Beijing Plattform.

Hoffentlich wird in den nächsten Jahren eine wissenschaftlich falsche Regelung der EU umgeändert. Die Richtlinie von 1991 über Muttermilchersatznahrung hat den Kalorienbedarf der weiblichen Säuglinge (6 -12 Monate) um 15-17% überschätzt. (Page 19-22 Report of the Scientific Committee on Food on the Revision of Essential Requirements of Infant Formulae and Follow-on Formulae SCF/CS/NUT/IF/65 Final 18 May 2003
http://europa.eu.int/comm/food/fs/sc/scf/outcome_en.html)

Dies bedeutet, dass seit mehr als 15 Jahren weibliche Säuglinge, die nach Packungsaufschrift und nach Empfehlung der Kinderärzte/ärztinnen von ihren pflichtbewussten Eltern ernährt wurden, überfüttert wurden. Da die Ernährung in den ersten Lebensmonaten oft die Weichen stellt für den späteren Stoffwechsel und entsprechend bedingte Krankheiten, ist heute noch unbekannt, bei wie viel Mädchen hier der Grundstein zur Fettleibigkeit gelegt wurde.

Wenn Arbeitgeber/innen die gesetzlichen Bedingungen des Mutterschutzes einhalten und den Elternurlaub gewähren, ist das Stillen mit der Berufstätigkeit zu vereinbaren. Oft aber wird unterschwelliger Druck ausgeübt, so dass Frauen auf ihre Rechte verzichten um Mobbing zu vermeiden oder um nicht negativ in Chefetagen aufzufallen.

Die Medikalisierung von Übergangszeiten in Frauenleben hat weiter zugenommen. Trotz großer internationaler Studien, welche die zahlreichen Nebenwirkungen von hormoneller Behandlung in den Wechseljahren dokumentieren, werden die Wechseljahre weiter als ein krankhafter Hormonmangel von vielen Ärzten/innen und in der Presse dargestellt.

Angesichts der Tatsache, dass keine Statistiken zur Verfügung stehen, können wir keine gesicherte Aussage machen, ob ähnlich wie im europäischen Ausland auch die Pubertät der Mädchen von mehr Normierungsgedanken und Medikalisierung ergriffen wurde.

Allgemein bleibt zu sagen, dass in Luxemburg Statistiken im Gesundheitsbereich oft fehlen oder nicht nach Geschlechtern aufgeschlüsselt sind. Wie weit das Wissen um andere Bedürfnisse in der Gesundheitsvorsorge, um andere Reaktionen auf Medikamente oder andere Symptomen bei Frauen in die Praxis der Ärzte/innen eingeflossen ist, lässt sich ohne Erhebungen schwer belegen. Da diese Situation in unseren Nachbarländern, wo unsere angehenden Ärzte/innen ausgebildet werden, auch oft verkannt wird, können wir nur das gleiche Problem auch hier in Luxemburg vermuten.

Weltgesundheitstag: Mutter und Kind im Fokus

Stillen ist das Beste für Babys

Der diesjährige Weltgesundheitstag am 6. April steht unter dem Motto: "Mutter und Kind - Gesundheit von Anfang an!" Damit möchte die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) auf die nach wie vor Besorgnis erregenden Zahlen bei der Mütter- und Kindersterblichkeit in aller Welt aufmerksam machen. In diesem Zusammenhang weist die "Aktionsgruppe Babynahrung" (AGB) aus Göttingen darauf hin, dass nach Angaben von WHO und UNICEF weltweit jedes Jahr allein mehr als 1,5 Millionen Babys sterben, weil sie nicht gestillt, sondern mit industriell hergestellter künstlicher Nahrung gefüttert werden. "Fast alle diese Kinder bräuchten aber nicht zu sterben," sagt Marina Weidenbach vom Vorstand der Aktionsgruppe, die dem weltweit agierenden "International Baby Food Action Network" (IBFAN) angehört, das sich den Schutz und die Förderung des Stillens auf seine Fahnen geschrieben hat. Es gebe nur selten eine Notwendigkeit, Säuglinge mit künstlichem Milchpulver aus der Flasche zu ernähren, so Weidenbach weiter. In der überwältigenden Mehrheit können Mütter ihre Kinder stillen und sollen das laut weltweit geltender Empfehlungen der Vereinten Nationen auch tun. Darin sagen WHO und UNICEF unter anderem, dass Babys in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich gestillt werden sollten. "Also auch ohne Zugabe von Wasser, Obstsäften oder irgendwelchen Tees," wie Dr. Thomas Koch, Arzt und Vorstandsmitglied der AGB, betont: "Ausschließlich heißt ausschließlich." Industrielle Babynahrung birgt gegenüber der Muttermilch zahlreiche Gefahren, die in der aggressiven Werbung, die die Konzerne für ihre Produkte machen, natürlich nicht erwähnt werden. Auch wenn sie in der Verpackung so aussieht, ist sie zum Beispiel nie steril, wie der amerikanische Babynahrungskonzern Mead Johnson kürzlich einräumen musste. Dagegen sind Verunreinigungen solcher Produkte mit gefährlichen Bakterien wie dem Enterobacter sakazakii geradezu an der Tagesordnung. Immer wieder müssen ganze Chargen von Babynahrungsprodukten vom Markt zurückgezogen werden, weil sie bakteriell verseucht sind. "Das passiert aber auch immer erst dann, wenn schon Babys erkrankt oder gestorben sind," weiß Dr. Koch aus jahrelanger Beobachtung des Babynahrungsmarktes. Erst im vergangenen Dezember hat der Tod von Babys in einem Krankenhaus in Frankreich wieder einen Konzern gezwungen, eines seiner Produkte weltweit vom Markt zu rufen. "Mit Muttermilch passiert Ihnen so etwas nicht!" resümiert Marina Weidenbach.

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Die Aktionsgruppe Babynahrung e.V. (AGB) arbeitet im Verbund des International Baby Food Action Network (IBFAN). Dieses Netzwerk ist ein weltweiter Zusammenschluss von über 150 Nichtregierungsorganisationen in mehr als 90 Ländern. IBFAN setzt sich für den Schutz und die Förderung des Stillens und die ethische Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten ein. 1998 erhielt IBFAN für seine engagierte und wirkungsvolle Arbeit im Interesse der Säuglinge den "Alternativen Nobelpreis" (Right Livelihood Award). 2001 wurde die Aktionsgruppe Babynahrung von der La Leche Liga Deutschland für die außergewöhnliche Förderung und Unterstützung des Stillens ausgezeichnet. Aktionsgruppe Babynahrung e.V. (AGB) Untere-Masch-Str. 21 37073 Göttingen Telefon 0551/531034 www.babynahrung.org

Pressemitteilung der
Union Luxembourgeoise des Consommateurs (Lëtzebuerger Konsumenteschutz) und der Initiativ Liewensufank

Produktsicherheit? Informationen erwünscht!

Der Luxemburger Konsumentenschutz (ULC) und die Initiativ Liewensufank sind höchst unzufrieden mit dem Umstand, dass die Luxemburgischen Verbraucher nicht informiert werden, wenn in Frankreich und auch weltweit Babynahrung vom Markt genommen wurde oder wenn sich bei einem bekannten Markenschnuller die Teile voneinander lösen und dadurch Verschluckungs- und Erstickungsgefahr besteht. Warum sind die Rückrufe für Produkte wie elektrische Geräte, Kinderwagen, Feuerzeuge, usw., die nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechen und vom Markt genommen wurden, in Luxemburg nicht einsehbar? In Belgien werden die Verbraucher über Rückrufe in den Nachbarländern informiert, um sich bei Einkäufen diesseits und jenseits der Grenze schützen zu können.

In einer mobilen Gesellschaft ist der Schutz der Gesundheit der Verbraucher grenzübergreifend zu sehen. Dies wurde sowohl von der Europäischen Union als auch von der Weltgesundheitsorganisation erkannt, die schnelle europa- oder weltweite Informationsnetze (Rapex, Rapid Alert System for Food and Feed, Infosan) aufgebaut haben.

In Luxemburg wird jedoch nur eine kleine Auswahl an Informationen veröffentlicht (z. B. krebsfördernder Farbstoff in Worcestersauce).

Diese Vorgehensweise gewährleistet keine mündige Konsumenteninformation und ist als Schutzmassnahme unzureichend. Das Vertrauen in die Wirksamkeit und Effektivität der Lebensmittel- und Konsumgüterkontrolle unserer staatlichen und europäischen Überwachungsbehörden wird nicht gefördert, wenn Verbraucher eher zufällig von diesen Rückrufaktionen in den ausländischen Medien oder über Internet erfahren. Dies führt dann erst recht zu Unsicherheit und Vertrauensverlust.

Deshalb fordern die ULC und die Initiativ Liewensufank eine effizientere Informationspolitik für die Verbraucher in Luxemburg.

Howald, 4. Mai 2005

News

Jubilaeumsaktion
25 Jahre
Initiativ Liewensufank

Schliessung der Maternité Wiltz

Exposition de photos et de tableaux sur l'allaitement

Tätigkeitsbericht 10

Stellungnahme zur Reform des Abtreibungsgesetzes

Kunst am Bauch

Gentechnick und Pestizide - Infos für Familien
OGM et pesticides - Infos pour familles

für Babys und Kleinkinder / pour bébés

Stellungnahme zu den geplanten Tripartite Sparmaßnahmen

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