Väter und Stillen
Der Einfluß werdender Väter auf die Entscheidung zum Stillen
Das Studium von Literatur über wissenschaftliche
Studien zeigt, daß Väter nicht nur die Entscheidung ihrer
Partnerin zum Stillen positiv oder negativ beeinflussen, sondern
auch die Stilldauer.
Faktoren, welche die Entscheidungen des Vaters
zum Stillen beeinflussen, wurden in positive und negative
Einflüsse unterteilt, sowie in vorhandenes Wissen über das
Stillen. Wichtig erwies sich das Wissen der Väter über den
Schutz, den das Stillen vor Krankheiten gewährt, über das
Bonding und die Natürlichkeit des Stillens. Positiv beeinflusst
wurden Väter dadurch, daß das Stillen besser und gesünder
ist für das Baby und dadurch, daß den stillenden Müttern Respekt
und Hochachtung entgegengebracht wurde. Einflüsse, welche
die Väter dazu brachten, das Stillen negativ zu beeinflussen,
waren der Glaube, daß Stillen weniger attraktiv sei, schlecht
für die Brüste, daß es eine Entfremdung zwischen den Partnern
bewirke und schlecht für die Sexualität sei. Väter waren eifersüchtig
über die besondere Bindung zwischen der Mutter und dem Stillkind
und befürchteten, selbst keine Bindung aufbauen zu können.
Einige fühlten sich überflüssig, andere fanden das Flaschefüttern
einfacher, oder daß Kinder besser gedeihen mit der Flasche,
andere mochten das Stillen in der Öffentlichkeit nicht.
Demzufolge müssen sich Stillförderungsprogramme
vermehrt auch an werdende Väter richten. Die Faktoren, welche
werdende Väter beeinflussen, müssen direkt berücksichtigt
werden. Informationen über die Krankheitsprävention, die Gesundheit,
den weiblichen Körper und die sexuelle Beziehung sind wichtig.
Väter sollen aufgefordert werden, sich an der Pflege des Kindes
und beim Trösten zu beteiligen, und die Wichtigkeit ihrer
Unterstützung für die stillende Mutter muß ihnen aufgezeigt
werden.
Impact of expectant fathers in breastfeeding
decisions by M. Sharma and R. Petosa. J Am Diet Assoc. 1997;
97:1311-13
[Info März 2000]
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