Familienfreundliche Unternehmen - ein Beispiel
Ein Beispiel dafür, daß auch große Unternehmen
"familienfreundlich" für die Mitarbeiter geführt
werden können, ist die Commerzbank AG.
Die Commerzbank hat bereits vor vielen Jahren
erkannt, daß hochmotivierte und qualifizierte Frauen nach
Schwangerschaft und Geburt aus dem Beruf aussteigen, da die
Verantwortung und die Familienarbeit alleine ihnen oblag und
Erziehungszeiten -aus vielerlei Gründen- weit überwiegend
von den Frauen in Anspruch genommen werden. Um hier Frauen
weiterhin beruflich zu fördern und auch Männern die Familienzeiten
zuzuerkennen, wird bereits seit 11 Jahren die Chancengleichheit
und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf großgeschrieben.
Daß auch Väter von den flexiblen Arbeitszeitmodellen
profitieren können und es auch tun, sei hier nochmals besonders
erwähnt.
Chancengleichheit in der Commerzbank - Projekt
Consens
In der Commerzbank werden seit 11 Jahren unterschiedliche
Projekte zum Thema Chancengleichheit aufgegriffen. Es geht
darum
- mehr Frauen in gehobene Fach- und Führungspositionen
zu entwickeln,
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern
- und den Nutzen von Chancengleichheit deutlich zu machen.
Die Mehrheit ist weiblich
Seit 1991 liegt der Anteil der Mitarbeiterinnen
bei über 50% (derzeit 52%). Unter den Auszubildenden befinden
sich ebenfalls über 50% Frauen, und auch der Anteil weiblicher
Hochschultrainees hat sich seit Jahren auf über 40% eingependelt.
Dieser Anzahl zum Teil hervorragend ausgebildeter
Frauen stehen knapp 20% Mitarbeiterinnen im außertariflichen
Bereich,17% Frauen mit Führungsaufgaben auf der dritten und
4% Frauen auf der zweiten Führungsebene gegenüber. Der Anteil
der Frauen im Tarifbereich mit Handlungsvollmacht hat sich
von 18,3% (1980) auf 54,2% (1999) entwickelt. Fazit: Immer
mehr Frauen übernehmen eine qualifizierte Fach- oder Führungsaufgabe.
Der Anteil der Frauen im höheren Management ist noch unbefriedigend.
Er entwickelt sich nur langsam, jedoch seit Jahren ungebrochen
nach oben.
Frauen im modernen Banking
Um mehr Frauen in gehobene Fach- und Führungspositionen
zu entwickeln, bietet die Bank Mitarbeiterinnen Unterstützung
an über
- spezielle Seminaranlagen
- ein Mentoring-Programm sowie das
- Commerzbank-Frauennetzwerk "Courage"
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Die Bank unterstützt Eltern über
- das Wiedereingliederungsprogramm "Comeback plus"
mit Altersversorgung während der Familienphase
- betrieblich geförderte Kinderbetreuung
- Nutzung des Familienservice
- Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten
- Unterstützung bei der Pflege erkrankter Kinder
- "Kids & Co.", eine Kinderbetreuungseinrichtung
in Frankfurt für Ausnahmefälle
- flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit
Zusammenarbeit von Frauen und Männern
Im regionalen und überregionalen Veranstaltungen
sensibilisiert die Bank unterschiedliche Mitarbeitergruppen,
informiert über ihre Angebote und regt Diskussionen an.
Commerzbank und Familienservice:
Neue Wege in der betrieblichen Kinderbetreuung
Kinderbetreuung in Ausnahmefällen
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerät
häufig wegen lückenhafter Kinderbetreuung zu einem Spagat.
Die Commerzbank unterstützt ihre Mitarbeiter/innen über Beratungs-
und Vermittlungsleistungen sowie in Einzelfällen mit Zuschüssen
zu den Kinderbetreuungskosten. Nicht gelöst waren bisher Probleme,
die entstehen, wenn die primäre Kinderbetreuung ausfällt.
Deshalb bieten die Commerzbank und der Familienservice
Commerzbank-Eltern im Frankfurter Raum die Möglichkeit einer
spontanen und kurzzeitigen Betreuung ihrer Kinder an. In speziell
dafür eingerichteten Räumen werden Kinder von 1 bis 12 Jahren
professionell betreut, wenn beispielsweise
- die haushaltsführende Person oder die Tagesmutter erkrankt
ist,
- Kindergarten oder Hort geschlossen haben,
- unerwartet berufliche Termine wahrgenommen werden müssen,
- zeitlich begrenzte Arbeitseinsätze - z.B. während der
Familienphase - übernommen werden oder
- Alleinerziehende keine geeignete Ferienbetreuung finden.
Die Kinderbetreuung kann stunden- oder tageweise,
in Ausnahmefällen auch wochenweise in Anspruch genommen werden.
Die Kosten trägt die Commerzbank, die das Konzept gemeinsam
mit dem "Deutschen Jugendinstitut und Familienservice"
entwickelte.
Die Gründe für diese Form der Unterstützung
liegen auf der Hand: Es rechnet sich für die Commerzbank,
wenn Eltern nicht zu Hause bleiben müssen, weil beispielsweise
die Tagesmutter erkrankt ist. Eltern, die sich keine Sorgen
um ihre Kinder machen, gehen darüber hinaus wesentlich leistungsstärker
und engagierter an ihre Aufgaben heran.
Kommunikationszentrum für Eltern
Bei Kids & Co. werden einmal pro Monat
Veranstaltungen organisiert, die familienorientierte Themen
aufgreifen. Angeboten werden Vorträge und Diskussionsrunden.
Ziel ist es, interessierten Eltern ein Forum anzubieten, über
das sie Informationen erhalten, innerhalb dessen sie sich
vor allem aber austauschen und vernetzen können.
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