Auswirkung der Umweltbelastung auf Männer
Die Belastung des weiblichen Körpers mit Rückständen und Schadstoffen aus industriellen Prozessen ist einfacher zu analysieren und zu dokumentieren und immer wieder in den Schlagzeilen, wenn Fremdstoffe in der Muttermilch festgestellt werden.
Studien belegen jetzt, daß die pränatale Belastung schwerwiegender ist als diejenige durch die Muttermilch und daß nicht allein die Belastung der Mütter Auswirkungen auf die Gesundheit des Nachwuchses hat, sondern wie neuere Studien zeigen, spielt auch die Belastung der Väter eine Rolle. Die Kinder von Vätern, die aufgrund ihrer Arbeit vermehrt Pestiziden und Kunstdüngern ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko an der
häufigsten Leukämieform im Kindesalter zu erkranken. Eine weitere Studie beleuchtet die väterliche Belastung mit dioxinverunreinigten Holzschutzmitteln bei Sägewerksarbeitern. Die Kinder dieser Väter hatten ein erhöhtes Risiko von erblichen Augenerkrankungen, an offenem Rücken (spina bifida), an schweren Mißbildungen des Kopfes oder der Geschlechtsorgane zu leiden.
In Tierversuchen werden seit Jahren Zusammenhänge zwischen der
Belastung der "Väter" mit Chemikalien und Veränderungen der Nachkommenschaft festgestellt, u.a. verkleinerte Wurfgröße, niedriges Geburtsgewicht, mehr Totgeburten, erhöhte Neugeborenensterblichkeit, angeborene Defekte, Tumore und Verhaltensänderungen. Einige dieser Effekte sind auch noch über zwei oder drei Generationen nachweisbar.
Diese neuen Studien scheinen nur die Spitze des Eisberges zu sein.
Hoffentlich bewegen diese Studien die Männer in Politik und Wirtschaft tiefgreifendere Schritte vorzuschlagen als nur ein Verzicht auf den Nachwuchs.
Maryse Lehners
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Auswirkungen der Schadstoffbelastung auf männliche
Nachkommen
Studien belegen eine Zunahme von Entwicklungsstörungen der männlichen Geschlechtsorgane. So identifizierte eine spanische Studie eine
Zunahme des Hodenhochstandes in der Provinz Granada in den Distrikten, wo der Pestizidverbrauch am höchsten ist.
In den USA wurde eine Verdoppelung der Hypospadiefälle (mißgebildete Harnröhre) bei männlichen Neugeborenen zwischen 1970 und 1993 festgestellt. Im gleichen Zeitraum wurde auch eine Zunahme des Hodenkrebses festgestellt.
Die spektakuläre Abnahme der Spermienzahl seit der Mitte des 20.
Jahrhunderts beweist die Empfindlichkeit der männlichen Fortpflanzungsorgane. Die Verminderung der männlichen Neugeborenen, die in Industrienationen wie. u.a. Dänemark, Niederlande, Kanada, Amerika, Finnland, aber auch in Lateinamerika festgestellt wurde, zeigt, daß Samenzellen mit der männlichen Erbinformation und männliche Embryonen wahrscheinlich empfindlicher sind als weibliche.
Alle diese Studien belegen klar und deutlich, daß es höchste Zeit ist, die unkontrollierte und kontrollierte Schadstoffemission deutlich zu reduzieren und bestehende Schadstoffe zu entsorgen.
Maryse Lehners
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