Canabis in der Schwangerschaft – ängstlichere Kinder

Yasmin Hurda und ihr Team von der Icahn School of Medicine in New York haben im Rahmen einer „Stress in Pregnancy“ -Studie, auch Kinder von Müttern untersucht, die in der Schwangerschaft Cannabis konsumiert hatten.
Seit die USA Cannabis legalisiert hat, hat der Cannabiskonsum auch bei Schwangeren deutlich zugenommen. In der Frühschwangerschaft ist die Hanfdroge als Mittel gegen das Erbrechen beliebt, doch wenigen Schwangeren ist bekannt, dass THC über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes gelangt.
Im Vergleich zu den 251 Kindern von Müttern ohne Cannabiskonsum in der Schwangerschaft, hatten die 71 im Mutterleib mit THC exponierten Kinder, erhöhte Cortisol Konzentrationen in den Haarproben, was auf einen vermehrten Lebensstress hindeutet.
Auch bei psychologischen Untersuchungen zeigten die Kinder mehr Hyperaktivität, Aggressivität und Ängstlichkeit. All diese Faktoren können aber auch auf mehr Stress durch eine schwierige Familiensituation zurückzuführen sein.
Allerdings fanden die Forscherinnen vorgeburtliche Veränderungen in der Plazenta, so z.B. eine verminderte Bildung von gewissen Rezeptoren und Veränderungen bei der Aktivierung von Genen die das Immunsystem und Entzündungsreaktionen beeinflussen. Laut Hurda könnte dies als »Unterdrückung mehrerer immunogener Netzwerke in der Plazenta«, gedeutet werden und eine Erklärung für die höhere Ängstlichkeit bei den Kindern sein.
Wie in allen epidemiologischen Studien lässt sich auch hier eine Kausalität weder beweisen noch widerlegen. Es ist ratsam während der Schwangerschaft auf den Konsum von Cannabis zu verzichten, ebenso wie auf Rauchen oder Alkohol.

Quelle: DHZ 05.01.2022 www.dhz-online.de/news/detail/artikel/cannabis-stoert-die-emotionale-entwicklung-des-kindes/
Original: Hurd YL et al.: Maternal cannabis use is associated with suppression of immune gene networks. in placenta and increased anxiety phenotypes in offspring. Proceedings of the National Academy of Sciences 2021. https://doi.org/10.1073/pnas.2106115118 ∙ aerzteblatt.de, 4.1.2022

Aus der Rubrik „Neues aus der Wissenschaft“ unserer Elternzeitschrift „baby info“ 1/2022

 

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