„Mein Sohn (4) ist turbulent und manchmal aggressiv…“

„Mein Sohn (4 Jahre alt) ist turbulent und manchmal aggressiv. Ich frage mich, ob ich mir Sorgen machen muss oder ob es an seinem Alter liegt“.

Zunächst einmal müssen wir uns fragen, von welchem Standpunkt aus wir aggressives Verhalten im Allgemeinen betrachten. Aggression ist in unserer Gesellschaft ein Tabu, ein Verhalten, das wir aus verständlichen Gründen nicht tolerieren wollen. Doch hier geht es um die Aggressionen eines 4-jährigen Kindes, das seinen Platz in der Gesellschaft, seiner Familie, seiner Klasse erst finden muss. Ein Kind in diesem Alter hat noch nicht die Reife, sich verbal auszudrücken, und verhält sich „impulsiv“. Es ist sehr wichtig, ihn durch seine Emotionen zu begleiten, die für die Eltern ebenso schwierig sind wie für ihn, und ihm nicht den Eindruck zu vermitteln, dass sein Verhalten „schlecht“ ist. Nach und nach wird er mehr soziale Ansätze lernen, anstatt sich durch Aggression auszudrücken.

Viele Erwachsene neigen dazu, sich selbst aggressiv zu verhalten oder sich aggressiv auszudrücken, wenn sie gestresst, müde usw. sind.

Eine Methode, die dazu beitragen kann, Aggressionen abzubauen, ist Bewegung, z.B. mit dem Kind rauszugehen in die Natur oder Spiele und Aktivitäten, bei denen sich das Kind austoben kann. Es ist auch möglich, bestimmte Momente am Tag zu schaffen, in denen Aggressionen in einem bestimmten Umfeld tolerierbar sind: Ritter spielen mit klar definierten Regeln, …

Oftmals, wenn z. B. das Kind aggressiv war weil es seinen Lieblingspullover nicht anziehen konnte, weil Sie ihm ungefragt sein Butterbrot geschnitten haben, wegen seiner kleinen Schwester/Bruder usw.; da scheint es mir sehr hilfreich zu sein mit dem Kind in einem ruhigen Moment noch einmal darüber zu sprechen, ohne ihm jedoch ein schlechtes Gewissen zu machen. Im Moment einer Krise ist es oft nicht in der Lage, (für uns) angemessen zu reagieren, da es außer sich ist und ohne jegliche Verbindung zur Außenwelt. Sprechen Sie ihn mit den Worten an: „Ich habe gesehen, dass du wütend bist“. Auf diese Weise drücken Sie die Emotionen aus, die er noch nicht verbal ausdrücken konnte, und er hat das Gefühl, dass Sie ihn ernst nehmen. Ihr Sohn wird feststellen, dass Sie, obwohl er ein Bedürfnis unangemessen ausgedrückt hat, dieses Bedürfnis gesehen haben und dass sein Bedürfnis nicht weniger wichtig ist, weil er es körperlich ausgedrückt hat.

Dieser Ansatz ist das zentrale Thema unserer Workshops „communication bienveillante“ in Belvaux.

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