Ängste & Pikler

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Eine Frage aus dem ElternRaum:
„Wie kann ich meinen Sohn, 2,5 Jahre alt, so begleiten, dass ich ihm meine Ängste nicht weitervermittele?“

Ich habe Angst, wenn er gefährliche Dinge machen möchte, z.B. möchte er mir in der Küche helfen, um mit einem Messer die Karotte klein zu schneiden. Dabei kommen Ängste in mir auf, dass er sich verletzen könnte. Am liebsten möchte ich die Hilfe dann ablehnen, und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich ihn dadurch in seiner Entwicklung behindere — das möchte ich auf keinen Fall.
Für meinen Partner stellt sich dieses Thema nicht. Er geht damit ganz anders um.

An einem Abend im ElternRaum haben wir uns dieser Frage zusammen genähert.
Wie sieht unsere Angst als Mutter aus? Ist uns diese Angst nun neu, seitdem das Baby — unser Kind — auf der Welt ist? Sind Väter anders mit dieser Thematik beschäftigt?

Vielleicht gehen Väter mit ihrer Angst anders um als wir als Mütter. Es wäre interessant, wenn wir Väter zu diesem Punkt hören könnten. Allerdings nehme ich an, dass diese Thematik bei Vätern wie auch Müttern jeweils personenbezogen ist und jeder anders damit umgeht.
Früher wurden einige Jungs allerdings anders sozialisiert, mit Sprüchen wie: „Jungs weinen nicht!“, „Stell dich nicht so an, Indianer kennen keinen Schmerz!“ etc. Das kann natürlich auch Auswirkungen auf die Begleitung des eigenen Kindes haben. Ein ganz interessantes weiteres Thema, zu dem ich gerne die Männer zum Dialog einladen würde.

Frage: „Wie kann ich mit dem Kind kommunizieren, damit ich ihm keine negative Mitteilung zukommen lasse?“

Ich persönlich empfinde es als wichtig, dem Kind meine eigenen Emotionen mitzuteilen und diese — z.B. Ängste — auch bei mir zu lassen, also wenn möglich nicht weiter auf mein Kind zu projizieren.

Ich kann dem Kind z.B. kommunizieren, dass mir das Messer, um die harte Karotte zu schneiden, zurzeit noch zu gefährlich ist, und biete ihm etwas anderes an, z.B. ein leichter zu schneidendes Gemüse (Gurke), oder ich frage es, die Karotte mit dem Schäler zu schaben, und ich als Elternteil schneide sie dann — also Teamwork.

Durch die Ich-Botschaft teile ich dem Kind nicht mit, dass es etwas noch nicht kann, sondern dass es mir zu gefährlich ist. Gleichzeitig kann dem Kind etwas anderes, ungefährlicheres angeboten werden. So gebe ich dem Kind nicht das Gefühl, dass es etwas noch nicht kann, sondern dass es mein Gefühl ist. An sich muss man das Gefühl der Angst dem Kind gegenüber nicht benennen, da es sonst vielleicht ähnliche Gefühle erleben könnte. Es reicht eigentlich, auf die Gefahr hinzuweisen, wie oben beschrieben. Ein weiterer Aspekt ist natürlich, dass wir die Verantwortung für Gefahren tragen und die Kinder davor schützen sollten.

Eine Alternative ist immer ein gutes Angebot, um etwas Neues zu erkunden.

 Januar, 2026
Claudia Goudemond

Pikler-Pädagogin, Bewegungspädagogin und Motopädin, DSV Zertifizierte Säuglings- und Kleinkinderschwimmen Kursleiterin, Babymassage nach Bruno Walter, RIJ – Instructor.

 

Wer mehr über diese Kurse erfahren möchte: www.liewensufank.lu